Das Verhalten im Dojo

In unserem Artikel "Seiza und Rei" (BG001) wird ausführlich auf die verschiedenen Arten des Verbeugens und Grüßens eingegangen. Daneben ist der wichtigste Punkt der Respekt gegenüber den anderen Karateka und natürlich auch sonstigen Anwesenden. Höflichkeit und Disziplin spielen ebenso eine große Rolle.

Hat die vorherige Gruppe das Training noch nicht beendet, so sollte man sich möglichst leise und unauffällig am Rand des Dojo's aufhalten und warten, bis die Gruppe das abschliessende Seiza vollzogen hat. Lautes unterhalten oder viel Bewegung stört die Trainierenden. Wenn sich alle zum Seiza begeben, sollten sich auch die anderen anwesenden Karateka in Musubi-Dachi hinstellen und nach Shomen ausrichten.

Während einer Übung sollte die Kommunikation mit dem Partner auf das Geringste beschränkt werden, außer die Übungsform verlangt es anders.

In einer Trainingspause ist die Unterhaltung natürlich erlaubt und gewünscht.

Das Verhalten gegenüber dem Sensei/Sempai

Streng genommen ist den Aufforderungen und Kommandos des Sensei's stehts sofort und ohne Kommentar oder Gegenfrage Folge zu leisten. Wird man aufgefordert sich in einer Reihe aufzustellen, so geschieht das zügig und ohne Gerede. Wird eine Technik oder Kata ausgeführt, so gibt es zwischen den Kommandos Yoi und Yamae keine Handlung ausser der Angesagten. Bei dem Üben der Kata in einer Gruppe hat man nach der Beendigung der eigenen Übung so lange zu warten, bis auch der letzte fertig ist. Dies sollte im Musubi-Dachi geschehen. Sprechen ist zu unterlassen.

So läuft es in einem disziplinierten Dojo ab. Ohne die ersten Punkte ist ein geordneter Trainingsbetrieb oft nicht möglich. Und wenn es zu Störungen durch andere Karateka kommt, ist dies respektlos gegenüber der Übung eines anderen. Besonders bei großen Gruppen ist dies von entscheidender Bedeutung. In einem eher "locker" geführten Dojo, wie teilweise auf Okinawa, findet das Training oft nicht in der Gruppe statt, sondern jeder trainiert individuell für sich bzw. zu zweit. Das heißt aber nicht, dass es hier respektlos und undiszipliniert zugeht. Ganz im Gegenteil. Jeder macht seine Übungen mit äußester Konzentration und Hingabe. Der Sensei geht durch das Dojo und korrigiert die Fehler und gibt Hilfestellungen. Eine Frage wird immer sehr höflich mit der Anrede "Sensei" an ihn gerichtet mit dem entsprechenden Gruß.


Das Verhalten ausserhalb des Dojo's

Es ist streng darauf zu achten, dass das Karate-Wissen nicht missbraucht wird!


Karate endet nicht an der Dojo-Tür!

Ein schwer zu verwirklichender Vorsatz, besonders, wo die hiesigen Dojo's nicht als Erziehungsanstalten zu verstehen sind. Dafür sind die Trainer nicht ausgebildet. In unserer heutigen gewalttätigen und -verherrlichenden Zeit, z.B. durch die Medien, Computer-Spiele etc., kann es nicht die Aufgabe des Sensei sein, ein, extrem gesagt, "psychisch gestörtes" Kind über das Karate wieder auf den Weg der Tugend zurück zu bringen. So lobenswert und begrüssenswert dies auch sein mag.

Über das Training, die Art des Trainings und den Charakter bzw. das Vorbild des Sensei's kann jedoch vieles erreicht werden.


 

Dojo Regeln

  1. Sei stets zu allen höflich.
  2. Rede deinen Lehrer mit Sensei an.
  3. Verbeuge dich zu deinem Sensei, wenn du das Dojo betrittst oder verlässt.
  4. Wenn der Lehrer (mit einem Schwarzgurt) und im Gi das Dojo zum ersten Mal betritt oder verlässt, stoppt der älteste Schüler die Aktivitäten im Dojo und weist die Schüler an, sich in dessen Richtung auszurichten.
  5. Kein Rauchen im Dojo.
    Kein Tragen von Schmuck oder anderen Verzierungen im Dojo während des Trainings.
    Kein Essen und Trinken im Dojo.
    Kein Reden oder Lachen während der Unterricht im Gang ist.
    Keine Weltlichkeit/Entweihung.
  6. Halte deinen Gi sauber.
  7. Halte deine Finger- und Fußnägel kurz.
  8. Unterlasse den Missbrauch deines Wissens.
  9. Konsumiere keine alkoholischen Getränke vor dem Training, dein Timing könnte beeinflusst werden und Verletzungen verursachen.
  10. Verlasse nicht das Dojo während des Trainings ohne die Erlaubnis des Sensei.
  11. Schüler verbeugen sich voreinander vor und nach einer Übung.